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Factsheet Mode in Brüssel

 

Ein anderer Schnitt

Brüsseler Modedesigner sind erfrischend unkonventionell, mischen mutig und eigensinnig Stile und Farben. Eins eint sie: Alle betonen den Standortvorteil. Die Stadt gilt unter Nachwuchstalenten als unkomplizierter als die etablierten Modemetropolen Antwerpen, London oder Paris. Mancher international ausgerufene Trend wird von den aufstrebenden Designern in Brüssel souverän ignoriert. Lieber setzt man eigene Zeichen. Und geht damit auf Erfolgskurs.


© OPT / J.P. Rémy

 

Kreativlabor

Unter den Modeschulen der Stadt sticht die Kunstfachhochschule La Cambre als tonangebendes Kreativlabor hervor. Zu den Modenschauen der Meisterschüler, die im Juni ihre Entwürfe in den alten Markthallen von Schaerbeek präsentieren, strömen international tätige Trendscouts und prominente Modedesigner. Fünf Jahre dauert die Ausbildung, die nicht selten zum ersten eigenen Laden in Brüssel führt.

 

Avantgardemeile

1984 eröffnete Sonia Noel in der Rue Dansaert ihre Boutique Stijl. In einem zum Ladenlokal überbauten Innenhof präsentierte die Trendsetterin eine Auswahl belgischer Designer. In eigenen Kojen werden die Kollektionen getrennt voneinander gezeigt. Alle Größen der belgischen Mode sind dabei, so auch die Brüsseler Modemacher wie Sofie D’hoore und Xavier Delcour. Stijl läutete eine neue Ära in der damals heruntergekommenen Straße ein. Flagshipstores und Labels, die Atelier und Boutique unter einem Dach vereinen, zogen nach. Heute sind die Fassaden der Rue Dansaert saniert und die Straße ist sehr hip. Geblieben ist der avantgardistische Stil. Dafür bürgen Namen wie die der Designer Idiz Bogam, Annemie Verbeke oder des Hut- und Accessoiremachers Christophe Coppens. Zwischen Vintage und Avantgarde fühlen sich zudem erfolgreiche Größen der Brüsseler Modeszene wie Olivier Strelli gut aufgehoben.

 

Zum Stöbern und Bummeln

Offiziell steht das Quartier St-Jacques auf keinem Stadtplan. Selbst Uralt-Brüsseler sind manchmal überfragt, wenn man sich nach dem Weg erkundigt. Dabei liegt das quicklebendige Viertel mitten im Ilôt Sacré, dem Herzen Brüssels. Erst wenn die Rede auf die bekannteste Person des Quartier St-Jacques kommt, weiß plötzlich jeder weiter. Die Rede ist vom Manneken Pis, an dem bei einem Besuch kein Weg vorbeiführt. In den Gassen zwischen Börse, geschäftiger Rue du Lombard und großzügigem Boulevard Anspach haben sich zudem schräge Vintage- und Interiorboutiquen angesiedelt. Wer ein bisschen stöbert, findet beim Bummeln die spacige Insektenaugensonnenbrille aus den Siebzigern oder das feine Courèges-Halstuch mit Sixties-Muster. Zum Pausieren laden Bars und Cafés wie das szenige Au Soleil ein – das um 1900 als Herrenausstattergeschäft eröffnet wurde.

 

Uptown-Mode

Die Boutiquen am Boulevard de Waterloo lesen sich wie das Who is Who des gehobenen Luxus: Armani, Ralph Lauren, Cartier, Louis Vuitton, Dior, Sonia Rykiel oder Johanne Riss präsentieren in blütenweißen Bürgerpalais Edelcouture. An der benachbarten Avenue Louise, einer legendären Flaniermeile, folgen erschwinglichere Designerlabels wie River Woods, Max Mara, Bellerose oder Mer du Nord. Allzu Flippiges ist nicht angesagt. Schließlich kommen die meisten Kunden aus den betuchten Vierteln der Oberstadt.

 

Nabel der Brüsseler Modeszene

Modo Bruxellae heißt der Nabel der Brüsseler Modeszene. Der eingetragene Verein verbreitet aus einem kleinen Ecklokal unweit der Rue Dansaert den Ruf der heimischen Designer in der Welt. Aktionen werden in Paris, Tokio, London oder Mailand veranstaltet. Modo Bruxellae organisiert ebenfalls alle zwei Jahre den Stylisten-Parcours. Drei Tage lang werden Modeschaffende, Modemarken und Modehäuser an außergewöhnlichen Orten zusammengeführt, angefangen vom Atelier über ein Loft bis zu Galerie.