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Factsheet Spa

 

Spa, die Wiege des Wellness-Tourismus

Der Name des Städtchens hat Karriere gemacht. Von dem Kurort am Rand der Ardennen leitet sich die Bezeichnung Spa für Gesundheits- und Wellness-Einrichtungen ab, die Briten bezeichnen Thermalkurorte als Spa-Town. Die Wiege des Wellness-Tourismus liegt in der Provinz Lüttich kurz hinter der Grenze bei Aachen und hat etwa 10.500 Einwohner. Gebäude wie die alte Therme und Belle-Epoque-Villen zeugen vom Glanz früherer Zeiten. Einst traf sich in Spa die Haute Volée, um das Wasser der berühmten Heilquellen zu trinken und sich zu amüsieren. Spa besaß das erste Casino in Europa und richtete 1888 den ersten Schönheits-wettbewerb auf dem Kontinent aus. Eingebettet zwischen den Ardennen und dem Hohen Venn bietet sich Spa heute als Startpunkt für Wanderungen und Paddelausflüge an, Rennsportfans pilgern zur legendären Grand-Prix-Strecke Spa-Francorchamps.


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Die Stadt des Wassers

Das Wasser hat Spa eine schillernde Geschichte beschert. Schon der römische Naturkundler Plinius der Ältere schrieb über den Ort, „wo eine berühmte Quelle sprudelt, in der Luftbläschen moussieren.“ In den Wäldern um Spa sprudelt Heilwasser aus Quellen wie La Sauvenière, Barisart, Le Tonnelet oder La Géronstère. Deren kurierende Wirkung verhalf Spa ab dem 16. Jahrhundert zu einer Blütezeit, die bis zum Ersten Weltkrieg dauerte. Die Noblesse traf sich hier zu Kur und Amüsement: auf der Pferderennbahn oder in Europas erstem Casino.

 

Das Café Europas

Spa, das „Café Europas“ – diesen Titel gab Kaiser Joseph II. der Stadt, die er 1781 besuchte. Die illustren Persönlichkeiten, die Spa im Lauf der Jahrhunderte besuchten, verewigte der Maler Antoine Fontaine auf einer monumentalen Freske mit dem Titel „Das Goldene Buch“: Zar Peter der Große, Königin Christine von Schweden, General Wellington, Victor Hugo, Belgiens Königspaar Leopold II. und Marie-Henriette gehörten zur erlauchten Kurgesellschaft. Auch Giacomo Casanova amüsierte sich in Spa, doch den freizügigen Venezianer brachte der Maler nicht aufs Bild.

 

Die erste Schönheitskönigin

Spaß hätte Casanova wohl bei dem Spektakel gehabt, das Spa gut hundert Jahre nach seinem Tod veranstaltete. Der erste Schönheitswettbewerb Europas fand 1888 in dem Kurort statt, um den in Mode kommenden Seebädern eine neue Attraktion entgegenzusetzen. Aus 350 eingesandten Fotos wählte eine Jury die 21 schönsten Damen, die im Kursaal des Casinos vor das Publikum traten. Siegerin wurde Marthe Soucaret, eine 18 Jahre alte Kreolin aus Paris.

 

Kaiser Wilhelms II. Schlupfloch

Im Ersten Weltkrieg nutzten die Deutschen Spa als Lazarett. Kaiser Wilhelm II. schlug 1918 das Hauptquartier der Obersten Heeresleitung in Spa auf und reiste von dort am 9. November 1918 ins Exil in die Niederlande. Das ehemalige Schlupfloch des Monarchen heißt Château du Neubois. Das türmchenverzierte Fachwerkhaus liegt am Waldrand auf dem Weg vom Stadtzentrum zur Quelle Le Tonnelet. Heute dient es als Altenheim für Priester und Ort der Einkehr.

 

Wellness, Formel 1 und Prickelwasser

Aktivurlauber finden in der Nähe waldige Höhenzüge, eine in Europa einzigartige Hochmoorlandschaft, zahlreiche Flüsse und Seen. Wellness-Fans lockt Spa mit einer modernen Therme auf dem Hügel Annette et Lubin. Wer mehr Tempo mag, findet die 1921 eröffnete Formel-1-Rennstrecke Spa-Francorchamps nebenan. Ebenfalls seit 1921 füllt die Firma Spa Monopole Sprudel aus den Quellen ab und ist noch heute ein wichtiger Arbeitgeber. Spa ist also in vielerlei Hinsicht eine Stadt des Wassers.