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Factsheet Wandern in der Wallonie

 

Romantische Flusstäler, Höhenzüge voller Wald und raues Hochmoor – die Wallonie, der südliche Teil Belgiens, verfügt über reizvolle Wandergebiete. Ein Netz aus Fernwanderwegen und naturbelassenen Pfaden überzieht die Region. Auch ein Stück des Jakobswegs führt durch die Wallonie. Routen sind gut beschildert, es gibt Wanderführer auf Deutsch und Karten in den Tourismusbüros vor Ort zu kaufen. Weil die Belgier gute Küche zu schätzen wissen, finden sich selbst in kleinen Orten hervorragende Restaurants. Liebevoll geführte Chambres d'hôte und familiäre Hotels machen ein Wanderwochenende perfekt. Und beim Biss in ein duftendes Croissant zeigt sich: Die Wallonie liegt zwar gleich neben Deutschland, bietet aber schon in kulinarischer Hinsicht eine ganz andere Kultur.


© OPT / J.P. Rémy

 

Durchs Moor im Hohen Venn

Auf hölzernen Stegen laufen die Wanderer über Moor und Heide, unter den Bohlen gluckst ein Bach. Gelblich-braune Gräser und seltene Pflanzen wie der Siebenstern, hier und da spindeldürre Moorbirken und dunkle Fichten. Das Hohe Venn in Ostbelgien reizt mit seiner kargen Hochmoorlandschaft, die wie Urlaub für die Augen ist. Schauerliche Geschichten ranken sich ums Venn, denn wer sich einst im Moor verirrte, war verloren, z.B. als der Sage nach im Winter 1871 ein junges Paar erfror, an dieser Stelle findet man noch heute das Kreuz der Verlobten. Heute gehört der Landstrich zum Naturpark Hohes Venn-Nordeifel. Einige Zonen sind besonders geschützt, die dürfen Wanderer gar nicht oder nur mit einer Führung betreten. Im Hohen Venn liegt mit dem Signal de Botrange (694 Meter) der höchste Punkt Belgiens. Ebenfalls durchs Moor wandert man bei Spa, wo das Wasser aus dem Venn mehrere Heilquellen zum Sprudeln bringt.

 

Von Bouillon zum Teufelsgipfel

In den Hochardennen der Provinz Luxemburg liegt Bouillon in einer Schleife der Semois. Das malerische Burgstädtchen im Süden der Wallonie bietet sich als Wochenendziel für Wanderer an, die in der Umgebung vielfältige Touren unternehmen können. Besonders schön ist es hier im Herbst, wenn das Laub die waldigen Hänge rot, orange und gelb färbt und die Restaurants ihre Speisekarten nach der Wildsaison ausrichten. Von der Burg des Kreuzfahrers Gottfried von Bouillon steigen Wanderer einen Pfad zum Ufer der Semois hinab und wandern am Fluss entlang, durch Wälder und klettern über Felsen. Spektakuläre Ausblicke bieten unterwegs der „Teufelsgipfel“, Pic du Diable, oder der Rocher du Pendu, der „Felsen des Gehängten“. Weiter führt der Weg zu dem Ort Corbion mit seinem Tabakmuseum. Zigarren werden hier nur noch für Touristen hergestellt, aber früher ließ Charles de Gaulle seine Rauchwaren an der Semois kaufen.

 

Der Puddingstein von Muno

Im Ardenner Wald, knapp vor der französischen Grenze, stoßen Wanderer auf eine geologische Kuriosität. Die hochaufragende Felsformation „La Roche à l'Appel“ bei Muno besteht aus Puddingstein, einem Konglomerat aus abgerundeten Gesteinstücken. Der mit Moos bewachsene Felsen gehört zu den Ältesten Belgiens, entstanden vor mehr als 500 Millionen Jahren an der Küste eines vorgeschichtlichen Meeres. Wer die Felsen erklettert hat, blickt weit über waldige Hänge mit Tälern, in denen Dunst hängt. Um „La Roche à l'Appel“ herum erstreckt sich ein Naturreservat. Die nächste Straße ist weit genug weg, dass kein Lärm den Wandergenuss stört. Wenige Kilometer von Muno entfernt liegt das Nest Chassepierre am Ufer der Semois mit seiner kleinen Steinkirche. Von hier aus schweift der Blick über die hügeligen Wiesen und Weiden belgisch Lothringens, das hier beginnt.